HFBK Hochschule für bildende Künste Hamburg
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Jeanne Faust »Strauß.ok« (D 2011, 5 min), Filmstill

Jeanne Faust »Strauß.ok« (D 2011, 5 min), Filmstill

Rosana Cuellar »Ein Mädchen namens Yssabeau« (D, MX 2011, 18 min), Filmstill

Rosana Cuellar »Ein Mädchen namens Yssabeau« (D, MX 2011, 18 min), Filmstill

Jeanne Faust »Strauß.ok« (D 2011, 5 min), Filmstill

Jeanne Faust »Strauß.ok« (D 2011, 5 min), Filmstill

Mariola Brillowska »An das Morgengrauen« (D 2011, 3 min), Filmstill

Mariola Brillowska »An das Morgengrauen« (D 2011, 3 min), Filmstill


01.02.2012

HFBK Hamburg dreifach auf der Berlinale vertreten

Bei den diesjährigen 62. Internationalen Filmfestspielen in Berlin ist die Hochschule für bildende Künste Hamburg mit gleich drei Filmen in den »Berlinale Shorts« stark vertreten: Jeanne Faust, Professorin für Zeitbezogene Medien an der HFBK, stellt ihren neuen Film »Strauß.ok« vor; Mariola Brillowska, Absolventin der HFBK und Professorin an der HfG Offenbach, feiert Premiere mit ihrem Kurzfilm »An das Morgengrauen«; und einen Überraschungserfolg landete die Bachelor-Studentin Rosana Cuellar mit der Einladung ihres Kurzspielfilms »Ein Mädchen namens Yssabeau«. Die »Berlinale Shorts« sind 2006 aus den Kurzfilmprogrammen von Panorama und Wettbewerb als eigene Sektion hervorgegangen.  
     
Die gebürtige Mexikanerin Rosana Cuellar kam 2008 nach Hamburg, um Film bei den HFBK-Professoren Robert Bramkamp und Udo Engel zu studieren. »Ein Mädchen namens Yssabeau« produzierte sie im Rahmen ihres Studiums. Der 18-minütige Film erzählt ein modernes Märchen, das an eine Ballade von François Villon anknüpft und zugleich von der »Danza del Venado« (»Tanz des Hirschen«), einem Jagdritual des indigenen Mayo-Stammes in Mexiko, inspiriert ist. Angesiedelt in einem fernen Land folgt der Film einem Mädchen namens Yssabeau, das sich aus Neugier in eine fremde Kultur begibt. Im Versuch sich anzupassen werden ihre Überzeugungen und Gefühle herausgefordert und es stellt sich ihr die Frage, wie weit sie in ihrer Selbstaufgabe gehen kann, ohne ihr Selbst zu verlieren. Eine eigenwillige Bildsprache mit Entlehnungen aus Rokoko und Expressionismus taucht bekannte Hamburger Schauplätze wie die Oberhafenkantine oder die Prinzenbar in ein neues Licht und versetzt den Betrachter in eine surreale Welt. Die Berlinale-Präsentation wird von der Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein unterstützt. Rosana Cuellar war zuvor bereits mit ihrem ebenfalls an der HFBK produzierten 35-mm Film »Cronología« erfolgreich, der auf der »Next Generation Role 2010« u.a. während des Filmfestivals in Cannes lief.

»Ein Mädchen namens Yssabeau« | D, MX 2011 | 18 min | Fiktionale Sprache | R: Rosana Cuellar | D: Sophia Augusta Kennedy, Lou Castel, Fiona Bader

 
Die Künstlerin, Filmerin und Fotografin Jeanne Faust
 lehrt seit dem Wintersemester 2009/10 Mixed Media an der HFBK Hamburg. Ausgangspunkt für ihren 5-minütigen Kurzfilm »Strauß.ok« war der Trend in Werbung und Lifestyle hin zum »Handwerklichen« und »Handgefertigten«, der sich bei den großen Designlabels wie Prada, Gucci oder Versace, aber auch bei der DIY-Bewegung (Do it yourself) und dem Erfolg von Unternehmen wie Manufactum zeigt. Über die Recherche, wie handwerkliche Betriebe heute arbeiten, ist Faust auf die Blumenbinder gestoßen, deren Gewerbe besonders virtuos von vietnamesischen Händlerinnen und Händlern ausgeführt wird. Der Film »Strauß.ok« beobachtet vier Menschen beim Binden, Stecken und Flechten von Papageienblumen oder Nelken in einem kleinen Zimmer. Rhythmus und Abfolge sind festgelegt – von außen kommend ist es nicht leicht einzusteigen. Einmal ziehen alle weiße Kittel an, was wie Flügelschlagen klingt. Trotz der Beobachtung im Close-up enträtselt der Film nicht die Handfertigkeit, vielmehr steigert er die Faszination für die entstehenden Sträuße. Jeanne Faust ist für 2012 mit dem renommierten Villa-Massimo-Stipendium in Rom ausgezeichnet worden. 

»Strauß.ok« | D 2011 | 5 min | Vietnamesisch | R: Jeanne Faust | D: Nguyên Ngoc Guý, Hoáng Quôc Toan, Hui, Utz Biesemann

 
Mariola Brillowska
 studierte von 1984 bis 1991 Freie Kunst an der HFBK Hamburg und ist seit 2005 Professorin für Zeichnen und Illustration an der Hochschule für Gestaltung Offenbach. Performance und Zeichentrickfilm sind darüber hinaus zwei wichtige Elemente ihrer künstlerischen Arbeit. Im Zentrum ihres 3-minütigen Animationsfilms »An das Morgengrauen« steht Lola, die mit dem Kopf auf dem Tisch einschläft und von Albträumen heimgesucht wird. Sie löscht ihre Hirngespinste mit einem Feuerlöscher, entfernt ihr Inneres mit einem Staubsauger, schneidet ihren Gefühlen die Kehle mit einem Messer durch. Daraufhin wüten Nachtigallen, Fledermäuse und ein Luchs durch das Wohnzimmer – der Liebeskummer findet so ein Zuhause. Brillowska interessiert der Spagat zwischen »High Art« und »Low Art«: lustvoll mischt sie Trash-, Pop- und Kitschelemente und erschafft so einen eigenwilligen Kosmos. Zuletzt war sie im 798 Art Space in Peking mit einer Ausstellung ihrer Zeichnungen und Installationen sowie mit Performances und einer Filmretrospektive zu sehen.

»An das Morgengrauen« | D 2011 | 3 min | Deutsch | R: Mariola Brillowska

 

Vorführtermine auf der Berlinale:
CinemaxX 5 (E) | Fr 10.02. | 16:00 
CinemaxX 3 (E) | Mo 13.02. | 22:00 
Colosseum 1 (E) | Di 14.02. | 17:45 
CinemaxX 5 (E) | Do 16.02. | 16:00 

www.berlinale.de

Pressekontakt und Bildmaterial: 

Sabine Boshamer
Hochschule für bildende Künste
Pressesprecherin
Lerchenfeld 2, 22081 Hamburg

T. ++49.40.428989.205
M. ++49.160.90120998

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