HFBK Hochschule für bildende Künste Hamburg
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26.04.2012

Symposium »Methoden der Intervention« an der HFBK Hamburg

3. Mai 2012 |  11 – 20 Uhr | HFBK Hamburg, Lerchenfeld 2, Hörsaal

Das am 3. Mai 2012 in der Hochschule für bildende Künste Hamburg stattfindende Symposium untersucht Formen und Methoden urbaner Interventionen, die auf konkrete gesellschaftliche und räumliche Konflikte reagieren und dazu in den Stadtraum eingreifen.

Was sind die Spannungsfelder, in denen sich der Begriff Intervention bewegt, und wo liegen seine Grenzen? Wie greifen Bildende Kunst, Design, Architektur, kuratorische Praxis und politischer Aktivismus in gesellschaftliche Kontexte ein? Auf welcher Ebene können sie wirksam werden? Welche Ambivalenzen entstehen bei diesen Eingriffen?

Die Reflexion beginnt bei der Begrifflichkeit, fragt nach der Wirksamkeit aus verschiedenen Perspektiven und reicht bis zu den Problemen, die bei der Instrumentalisierung durch Politik und Wirtschaft entstehen.

Programm:

Begrüßung und Vorstellung »Glossar der Interventionen«
11.00   Friedrich von Borries, HFBK Hamburg

Theoretische Perspektive
11.30   MiloÅ¡ Vec, Jurist, Max-Planck-Institut für Rechtsgeschichte Frankfurt
12.15   Gerald Raunig, Philosoph, Zürcher Hochschule der Künste
14.00   Inga Lemke, Kulturwissenschaftlerin, Universität Paderborn
14.45   Brigitte Franzen, Direktorin Forum für internationale Kunst, Aachen

Künstlerische Positionen
16.00   Stefan Rettich, Architekt, Hochschule Bremen
16.45   Michael Sailstorfer, Künstler, Berlin
18.00   Georg Winter, Künstler, HBK Saar
18.45   Joseph Grima, Chefredakteur Domus, Mailand

Im Anschluss Bier, Wein und Brezeln.
Eintritt frei

Das Symposium »Methoden der Intervention« ist eine Veranstaltung des von der DFG geförderten und an der HFBK Hamburg durchgeführten Forschungsprojektes »Urbane Interventionen«. Im Mai 2012  erscheint das »Glossar der Interventionen« von Friedrich von Borries, Christian Hiller, Daniel Kerber, Friederike Wegner und Anna-Lena Wenzel im Berliner Merve Verlag – angelegt als eine Suchbewegung im Feld der Pflegecremes und Erziehungsratgeber, der Wirtschaftslexika und Kunstkataloge, der Philosophietraktate und militärischen Lageberichte, der Protesthandbücher und UN-Resolutionen.

Die ReferentInnen:

Brigitte Franzen
Direktorin Ludwig Forum für internationale Kunst, Aachen
Brigitte Franzen studierte Kunstgeschichte, Germanistik, Soziologie und Kulturanthropologie in Karlsruhe, Marburg und Wien. Von 2003 bis 2006 leitete sie mit der Landschaftsarchitektin Stefanie Krebs das interdisziplinäre Forschungsprojekt Mikrolandschaften – Studien zu einer dynamisierten Kultur der Landschaft. 2007 war sie Mitkuratorin der Skulptur Projekte Münster. Seit 2009 ist sie Direktorin des Ludwig Forums für Internationale Kunst in Aachen. Ein Schwerpunkt ihrer wissenschaftlichen und kuratorischen Arbeit bildet das Verhältnis von Kunst, Landschaft, Architektur und Öffentlichkeit. Zahlreiche Lehrtätigkeiten und Veröffentlichungen, u.a. Landschaftstheorie (2005) und Mikrolandschaften (2006) sowie Wem gehört die Stadt?: Wien - Kunst im öffentlichen Raum seit 1968 (2009).

Joseph Grima
Chefredakteur domus, Mailand
ist Architekt, Autor, Kurator und Chefredakteur des domus Magazins in Mailand. Zuvor war er Leiter von Storefront for Arts and Architecture in New York. Zusammen mit dem Architekten Stefano Boeri und Armin Linke kuratierte Grima Fiction Pyongyang, ein Video-Porträt von Pjöngjang, Nordkorea, das 2006 im Italienischen Pavillon der Architektur Biennale in Venedig präsentiert wurde. 2011 war er Kurator der Experimenta Design in Lissabon und wird 2012 die Istanbul Design Biennial kuratieren.

Inga Lemke
Kulturwissenschaftlerin, Universität Paderborn
studierte Kunst und Germanistik. Sie ist Professorin für Medienästhetik an der Universität Paderborn, Fakultät für Kulturwissenschaften, Schwerpunkt Kunst/Medienästhetik. Im Jahr 2010 veranstaltete sie das Symposium Interventionen an der Uni Paderborn. Zahlreiche Veröffentlichungen, u.a. Documenta-Dokumentationen. Die Problematik der Präsentation zeitgenössischer Kunst im Fernsehen - aufgezeigt am Beispiel der documenta-Berichterstattung der öffentlich-rechtlichen Fernsehanstalten in der Bundesrepublik Deutschland 1955-1987, Marburg 1995 oder das sich aktuell in Vorbereitung befindende Buch Interventionen: Grenzüberschreitungen in Ästhetik, Politik und Ökonomie (2012).

Gerald Raunig
Philosoph, Zürcher Hochschule der Künste
ist Philosoph und Kunsttheoretiker. Er arbeitet an der Zürcher Hochschule der Künste und am eipcp (European Institute for Progressive Cultural Policies). Raunig ist Redaktionsmitglied des multilingualen Webjournals transversal und der Zeitschrift für radikaldemokratische Kulturpolitik Kulturrisse. Er ist Autor und Herausgeber zahlreicher Publikationen, wie des Artikels Grosseltern der Interventionskunst, oder Intervention in die Form (2000) und des Sammelbandes Inventionen, der sich kritisch mit dem Interventionsbegriff beschäftigt. Aktuell erschienen sind Streifen und Glätten 1 und 2: Fabriken des Wissens und Industrien der Kreativität (2012).

Stefan Rettich
Architekt, Hochschule Bremen
ist Architekt und Urbanist und Professor für Theorie und Entwerfen an der School of Architecture an der Hochschule Bremen. Er ist Mitbegründer des Architekturbüros KARO Architekten Leipzig sowie der Architektengruppe L21, die sich mit urbanen Transformationsprozessen und mit politischen Strategien und Interventionen im öffentlichen Raum beschäftigt. Rettichs Projekt Lesezeichen Salbke, in einem Stadtteil von Magdeburg, wurde mit zahlreichen Preisen geehrt, u.a. mit dem European Price for Urban Public Space und war ebenfalls für den Urban Interventions Award der Stadt Berlin nominiert.

Michael Sailstorfer
Künstler, Berlin
ist Bildhauer, Installations- und Objektkünstler. Im Rahmen der Reihe Stadtbild.Intervention, einem Kunstprojekt der Stadt Puhlheim, vergrub er 28 Goldbarren. Die Intervention mit dem Namen Pulheim gräbt (2009) wurde zur öffentlichen Schatzsuche. Zurück blieb eine Hügel-Landschaft mit skulpturaler Anmutung, der von vielen Händen gemeinsam geschaffen wurde – eine Parkskulptur im Stadtraum anstelle eines klassischen Skulpturenparks. Zahlreiche Ausstellungen, u.a. in der Berlinischen Galerie (2012), der kestnergesellschaft Hannover (2010/11) oder der Kunsthalle Schirn (2008).

Miloš Vec
Jurist, Max-Planck-Institut für Rechtsgeschichte, Frankfurt/ Main, z.Z. Wissenschaftskolleg zu Berlin
ist Rechtswissenschaftler und Hochschullehrer. Seine Arbeitsschwerpunkte sind Recht in der Industriellen Revolution, Staats- und Herrschaftssymbolik, Wissenschaftsgeschichte des öffentlichen Rechts, Geschichte der Kriminalistik sowie Völkerrechtsgeschichte. Er veröffentlichte zahlreiche Publikationen, u.a. schrieb er im Jahr 2010 über Intervention/ Nichtintervention. Verrechtlichung der Politik und Politisierung des Völkerrechts im 19. Jahrhundert.

Georg Winter
Künstler, HBK Saar
ist Bildhauer, Medien- und Performancekünstler und Professor für Bildhauerei an der Hochschule der Bildenden Künste Saar. Er arbeitet an den Schnittstellen von Bildhauerei und Medienkunst. Für seine künstlerische Praxis sind interdisziplinäre temporäre Laboratorien und Forschungsprojekte kennzeichnend, in denen er das Medium der Skulptur als bildhauerische Organisations- und Handlungsform untersucht. Sein Spezialgebiet sind inszenierte Ausnahmezustände. 2011 bekam er den Hans-Molfenter-Preis. 2011/12 war seine Ausstellung Heftiger Niederschlag, knapp daneben im Ernst-Barlach-Haus in Hamburg zu sehen.
 

Pressekontakt:

Sabine Boshamer
Tel.: +40 - 428 989 - 205
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