Re* - Ästhetiken der Wiederholung
Tagung an der Hochschule für bildende Künste Hamburg
1. - 2. Dezember 2011
Zahlreiche zeitgenössische Philosophien, Erkenntnistheorien und Kunstauffassungen teilen die Annahme, dass Identität und Geschichte fortgesetzt aus Akten von Wiederholung und Differenz hervorgehen.
Theoriebildung und Kunsthandel beruhen unter dieser Prämisse auf passiv-aktiven Verfahren der Aktualisierung von verbreitetem Wissen und bereits zirkulierenden Artefakten. Die Grundlage solcher Wiederverwendung bilden die veränderten Auffassungen vom Subjekt, vom Kunstgegenstand, von Originalität und vom Schöpfungsprozess; an die Stelle ihrer jeweiligen Autonomie treten Überlegungen zu kontextabhängigen Interventionen und zu Netzwerkhandeln, zu medial und materiell gestützten Re*naissancen, Re*enactments, Re*appropriationen.
Die Tagung stellt diese formal vielfältigen und in ihrem ästhetisch-philosophischen Stellenwert unter Umständen gegenläufigen Wiederholungsformate vor, um sie zu analysieren und problematisieren. Welche Formen künstlerischer Wiederholung zwischen Kopie und Kombination sind in der Gegenwart anzutreffen? Wie situieren sich diese Neuanordnungen gesellschaftspolitisch und welches sind ihre Symbolisierungsleistungen? Neben formalen Aspekten künstlerischer Re*prisen interessieren uns insbesondere interkulturelle Wiederholungsmuster und Aneignungsformen. Doch wie lässt sich das Dilemma lösen, immer schon eine ästhetische Hegemonie westlicher künstlerischer Ausdrucksweisen zu implizieren oder/und das Exotische, Fremde, Andere zu reklamieren?
Der Dualismus von Fremd versus Eigen soll hier im Nachdenken über wechselseitige Aneignungen und das Fremde im Eigenen als unhaltbar ausgewiesen werden. Denn noch in solcher Aneignung zeigen sich die jeweiligen kulturellen Versprechen der Artefakte als ihre Versprecher: Jedes »Re*-« basiert auch auf einem Missverständnis.
Programm
Donnerstag, 1. Dezember 2011
11.00
Begrüßung und Einführung
Hanne Loreck / Michaela Ott
11.30 – 12.30
De_Re_Kolonialität
Ruth Sonderegger / Michaela Ott
12.30 – 13.30
Waste Time Rather as Invented Time-
Helio Oiticicas Medienkonzept
Sabeth Buchmann / Angela Lammert
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15.00 – 16.00
Re-Telling Texture
Rike Frank / Katrin Mayer
16.00 – 17.00
gleich anders selbst – Zur Figur des Doppelgängers
Eske Schlüters
Re-Reading Chromatic Borders
Mareike Bernien / Kerstin Schroedinger
18.00 – 20.00
Konzert, Raum 11
Wiederholungsformen in der zeitgenössischen Musik
Raminta Lampsatis / Studierende der
Hochschule für Musik und Theater Hamburg
Wiederholung und Wiederaneignung:
Collagen, Loops und Samples
Rolf Großmann
Freitag, 2. Dezember 2011
10.00 – 10.30
Einführung
Hanne Loreck
10.30 – 11.30
Zwischen Tableau und Screen –
Wiederholungs-Interesse in Fotografie und Film
Stefan Römer / Angelika Lepper
11.30 – 12.30
Pro Testing
Eran Schaerf / Eva Meyer
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14.00 – 15.00
History will repeat itself.
Zur Philosophie des Reenactment
Maria Muhle / Heike Engelke
15.00 – 16.00
Zitat/Reprise/Schleife
Christa Blümlinger / Jeanne Faust
16.00 – 17.00
Standard-Wiederaufführung
Annett Busch / Robert Bramkamp
Konzeption
Hanne Loreck und Michaela Ott
Koordination
Maja Bogumila Hoffmann
http://querdurch.hfbk.net
Eine Tagung im Rahmen der HFBK-Veranstaltungsreihe querdurch

- Re*
Tagung
Re* - Ästhetiken der Wiederholung
Do, 1. Dezember 2011, 11 - 18 Uhr
Fr, 2. Dezember 2011, 10 - 17 Uhr
Ort: HFBK, Hörsaal, Lerchenfeld 2, Hamburg
Konzert
Do, 1. Dezember 2011, 18 - 20 Uhr
Raminta Lampsatis / Studierende der HFMT Hamburg
Rolf Großmann
Ort: HFBK, Raum 11, Lerchenfeld 2, Hamburg
Eintritt frei
