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Symposien der Doktoranden

Auguste Mayer, »La Recherche«, 1838

Wege der Recherche

Recherche-basiertes Arbeiten im Kontext künstlerischer Forschung

Symposium an der Hochschule für bildende Künste Hamburg
18. November 2011, 10 - 17.30 Uhr

Recherche stellt ein weit verbreitetes methodisches Mittel dar, in den Natur- und Geisteswissenschaften, im Journalismus, in der Literatur oder im Bereich Film. Auch in der bildenden Kunst kommt Recherche zunehmend implizit oder explizit zum Einsatz: Wir begegnen ihr im Bereich der research-based art ebenso wie angesichts performativer Reenactments oder Recherche-basierter Stadtkartografien. Die Popularität von Recherche, auch als künstlerischer Arbeitspraxis, wirft dabei Fragen auf: Gibt es allgemein verbindliche Kriterien, die unterschiedliche Recherchepraktiken über disziplinäre Grenzen hinweg kennzeichnen? Und was verbirgt sich überhaupt hinter dem oft wenig differenziert gebrauchten Begriff der »Recherche«: Handelt es sich dabei um ein im Bereich der Künste an sich altbekanntes Mittel, das allein sprachlich in einem neuen, szientistisch angehauchten Gewand auftritt? Oder lässt sich heute eine Tendenz ausmachen, die die Kunst im Namen eines möglicherweise verkürzten Verständnisses von Begriffen wie »Objektivität«, »Authentizität« und »Wahrheitsanspruch« in ein fachfremdes methodisches Korsett zu zwingen sucht?

Zur Behandlung der genannten Fragestellungen sollen im Rahmen des eintägigen Symposiums insbesondere die Mittel von Recherche Aufmerksamkeit erfahren. Im Detail wird zu fragen sein: Welchen Einfluss besitzen unterschiedliche mediale Träger von Wissen (wie historische Dokumente, Bücher, Filme, Bilder, Erzählungen)? Wie prägen sich deren Organisationsformen aus (von Archiven und Sammlungen bis hin zum Internet)? Erfordern verschiedene Medien und Organisationsweisen möglicherweise je eigene Auswertungs- bzw. Umsetzungsformen? Und inwiefern findet jenseits einer linearen Auswertungslogik eine Überschreitung statt, hin in die Bereiche des Unbekannten und Unvorhersehbaren?

Text: Arne Bunk/Benno Hinkes/Christa Pfafferott

 

Programm

10:00 – 10:30   Begrüßung und einleitende Worte

Organisatoren-Team des Symposiums vertreten durch Christa Pfafferott/Benno Hinkes (Moderation)
Dr. Hanne Loreck, Vizepräsidentin der HFBK Hamburg; Professorin für Kunst- und Kulturwissenschaften/Gender Studies (HFBK Hamburg)

10:30 – 11:15   BLOCK 1: Vorträge der ReferentInnen

Präsentation 1
Alice Creischer; Bildende Künstlerin, Kuratorin und Autorin (Berlin/Buenos Aires)

11:15 – 11:45   Kaffeepause

11:45 – 13:15   BLOCK 1: Vorträge der ReferentInnen

Präsentationen 2 und 3
Dr. Knut Ebeling; Philosoph und Medientheoretiker; Professor für Ästhetik/Medien (Kunsthochschule Berlin-Weißensee)

Michaela Melian; Musikerin und Künstlerin; Professorin für Bildende Kunst (HFBK Hamburg)

13:15 – 14:15   Mittagessen

14:15 – 14:45   Offene Podiumsdiskussion

Die ReferentInnen diskutieren im offenen Dialog mit den Teilnehmenden; diskutiert werden die einzelnen Beiträge, sowie das Thema der Veranstaltung und Symposiumsreihe
Diskussionsleitung: Dr. Michaela Ott, Professorin für ästhetische Theorie mit Schwerpunkt Filmwissenschaften (HFBK Hamburg)

14:45 – 15:45   BLOCK 2 – Workshop

Präsentation 4 und 5
Promovierende der HFBK Hamburg stellen ihre Projekte unter dem Leitgedanken der Veranstaltung und Symposiumsreihe vor und diskutieren diese mit den ReferentInnen/Teilnehmenden

15:45 – 16:15   Kaffeepause

16:15 – 17:15   BLOCK 2 – Workshop

Präsentation 6 und 7
Promovierende der HFBK Hamburg stellen ihre Projekte unter dem Leitgedanken der Veranstaltung und Symposiumsreihe vor und diskutieren diese mit den ReferentInnen/Teilnehmenden

 

Referenten und Beteiligte

Referenten:

Alice Creischer ist Bildende Künstlerin, Kuratorin und Autorin. In ihrer künstlerischen Arbeit setzt sie sich mit den Themen Wirtschaft und Geld, Macht und Machtlosigkeit, Armut und Reichtum auseinander. Ihre theoretische Auseinandersetzung mit Kunst findet durch Veröffentlichungen in Zeitschriften wie 'springerin', 'Texte zur Kunst' und 'ANYP' ihren Niederschlag. 2002 kuratierte Creischer zusammen mit Andreas Siekmann die Ausstellung 'Violence on the Margin of All Things' in der Generali Foundation in Wien. 2006 erhielt sie den norwegischen Edward-Munch-Preis für Gegenwartskunst. 2007 folgte die Teilnahme an der 'documenta 12'.
vgl. Wikipedia »
In ihrem Symposiumsbeitrag wird Alice Creischer zwei künstlerische und kuratorische Projekte vorstellen, die sich mit Kolonialgeschichte befassen. Insbesondere thematisiert sie dabei den Aspekt der künstlerischen Recherche.  

Dr. Knut Ebeling ist Philosoph, Medien- und Kulturwissenschaftler. Er studierte bei Gilles Deleuze in Paris; sowie bei Friedrich Kittler in Berlin. Es folgten unterschiedliche Lehrtätigkeiten. 2010 wurde Ebeling als regulärer Pofessor an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee berufen, wo er im Bereich Theorie und Geschichte/ Medientheorie und Semiotik unterrichtet. Knut Ebeling ist Verfasser zahlreicher Texte zu Philosophie und zeitgenössischer Kunst. Seine Arbeitsschwerpunkte liegen im Bereich Medien-, Bild- und Kulturtheorie, Theorie und Ästhetik der materiellen Kultur, sowie Geschichte der zeitgenössischen Kunst. vgl. Kunsthochschule Berlin-Weißensee »
Knut Ebeling wird im Rahmen des Symposiums das Projekt »Archive der Vergangenheit. Wissenstransfers zwischen Archäologie, Philosophie und Künsten« vorstellen.

Michaela Melián ist Musikerin und Künstlerin. Stilistisch typisch für Meliáns Arbeit ist die Verbindung von Kunstobjekt und Klang, sowie der Einsatz von V-Effekten. Bereits in den 1970er und 80er Jahren war Melian als Mitherausgeberin der Zeitschrift 'Mode und Verzweiflung' tätig, sowie als Sängerin und Bassistin der international bekannten Band F.S.K. Ihre Hörspiele 'Föhrenwald' und 'Speicher' wurden mit verschiedenen renommierten Preisen ausgezeichnet. Mit ihrem Konzept 'Memory Loops' gewann Melián 2008 einen Kunstwettbewerb der Landeshauptstadt München zum Thema 'Neue Formen des Erinnerns und Gedenkens'. Michaela Melián lehrte an verschiedenen Kunsthochschulen im In- und Ausland. Seit 2011 ist sie Professorin an der HFBK Hamburg.
vgl. HFBK Hamburg
 

Beteiligte

Dr. Michaela Ott
Dr. Hanne Loreck

Workshop-Präsentationen

(Call-for-papers läuft)

Organisations-Team

Arne Bunk
Benno Hinkes
Angelika Lepper
Christa Pfafferott
Jana Seehusen

 

Symposien der  Doktoranden

  1. Die Symposienreihe
  2. Hintergrund
  3. Das Promotionsprogramm an der
    HFBK Hamburg